STOARIA

Es gibt keine Sicherheit, keine Verlässlichkeit, keine heile Welt. Das alles gab es nie.

Was es gibt, ist Gewöhnung an Zustände, die man fälschlich für tragfähig hält. Man bewegt sich in Räumen, die beruhigen, solange sie nicht geprüft werden. Das alles sind Konstruktionen, die Bestand haben, bis sie es nicht mehr tun.

Wer das erkennt und den Filter endlich entfernt, verliert nichts. Im Gegenteil. Er wird frei.

Denn was nie existiert hat, kann auch nicht genommen werden. Es war unsere schöne Illusion, die wir hatten, weil wir von starken Menschen begleitet wurden und in ihrem Fahrwasser lebten. Solange, bis sie nicht mehr da waren und wir nun feststellen, dass wir die Wellen und Wogen selbst nicht zu brechen gelernt haben.

Was bleiben kann und wird, ist weder Hoffnung, noch Trost, noch Erwartung. Was bleibt, ist der eigene Standpunkt, die innere Haltung, der eigene Kern. Es ist eine passgenaue innere Ordnung, die keinen Zweck verfolgt und kein Ergebnis verspricht. Sie ist nicht dafür da, die Welt zu verändern oder sich gegen sie zu behaupten. Sie ist einzig und allein dafür da, zu bestehen. Und zwar unabhängig davon, was geschieht. Unabhängig davon, was ist oder bleibt.

Es ist keine Reaktion auf etwas. Es ist auch keine Haltung gegenüber etwas. Es ist ein Zustand, den wir selbst gebären, selbst herstellen, selbst kreieren.

Es ist der Moment, in dem wir selbst endlich entstehen.

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